Kurzfilmtage Oberhausen: Verleihprogramm 2009 bietet Unreal Asia

"Unreal Asia" - das war das Motto der Oberhausener Kurzfilmtage 2009. Wer das Programm verpasst hat, könnte es eventuell bald in einem Kino in der Nähe zumindest teilweise nachholen. Denn für den Verleih an die Kinobetreiber hat das Festival ein vielfältiges Programm zusammengestellt.

So können in diesem Jahr mehr als 50 Neuerwerbungen aus dem diesjährigen Festival präsentiert werden, darunter sind preisgekrönte und weitere herausragende Filme aus den Wettbewerben. Neue Arbeiten aus der Kunstszene (u.a. von Bjørn Melhus, Müller/Girardet und Sun Xun) wurden ebenso in den Verleih aufgenommen wie die Publikumslieblinge ‚Burning Palace‘, ‚The Conservatory‘, ‚n.n.‘ und ‚Moruk‘.

Nicht-gewerbliches Verleihprogramm die Welt

Mit dem nicht-gewerblichen Verleih spricht das Festival Kinos, Kunst und Kultureinrichtungen aller Art auf der ganzen Welt an. Durch die kurzen Filme und Videos sollen die Möglichkeiten der Zusammenstellung neu entdeckt werden. Wer Lust hat kann sein eigenes Programm aus dem Archiv des Forums kreieren. Nicht ganz so Kreative greifen dann wohl besser auf die vorgefertigen Programme zurück.

Die Rolle „Preisträger 2005-2009“ versammelt einige der wichtigsten und schönsten Arbeiten der letzten Jahre. Zum mittlerweile elften Mal sind die nominierten Videos für den MuVi-Preis im Angebot. Und auch die beiden Kompilationen „Zur Rettung der Popkultur“ (Experimentelle deutsche Musikvideos 1998-2003 und 2003-2007) sind verfügbar. Das Profil-Programm ‚Herbert Fritsch‘ kann man sich genau so ausleihen, wie es in Oberhausen mit großem Erfolg präsentiert wurde.

Mehr als 2.200 Kopien im Archiv

Das Filmarchiv der Kurzfilmtage hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, neue Filmkopien und digitale Sicherungsversionen von Archivfilmen (vor allem der 60er und 70er Jahre) herzustellen. Auf der Homepage kann man sich über den Bestand dieses einzigartigen Filmarchivs mit mehr als 2.200 Kopien, die teilweise auch für den Verleih zur Verfügung stehen, kostenlos und unkompliziert informieren.

LfM: Start des TV-Lernsenders.NRW

Der "TV-Lernsender.NRW der Landesanstalt für Medien läuft eigentlich schon seit dem 01. Juli 2009. Doch war dies bisher nur der Testbetrieb. Jetzt ist das "Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen in NRW" offiziell ins digitale Kabel eingespeist worden.

Das Ziel des neuen Senders ist es, ein nichtkommerzielles Fernsehprogramm zu produzieren. Koordinator des Projekts ist der ZDF Journalist und Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Steinbrecher. Zusammengestellt und redaktionell betreut wird das Programm durch Studierende des Instituts für Journalistik der Technischen Universität Dortmund. Dabei verfolgt der Lernsender ein Drei-Säulen-Modell aus dem das Programm gespeist werden soll.

Lern- und Lehrredaktionen, Bürgerfernsehen und Volontariate

Die LfM fördert sogenannte "Lern- und Lehrredaktionen", die im Bereich der wissenschaftlichen und beruflichen Ausbildung angesiedelt sind. Hier haben Studierende und Auszubildende die Möglichkeit, im Rahmen von Studium oder Ausbildung praktische audiovisuelle Medienkompetenz zu erwerben. Die ersten Redaktionen entstanden in Bielefeld, Bochum, Duisburg-Essen, Höxter, Marl und Münster. Weitere werden an nordrhein-westfälischen Hochschulen und Berufskollegs folgen.

Außerdem können interessierte Bürgergruppen lernen, wie Fernsehproduktion funktioniert. Entsprechende Schulungen werden von der LfM finanziell gefördert; die ehemaligen Offenen Kanäle in NRW bieten diese an - vorerst allerdings nur in Bielefeld, Essen, Lüdenscheid, Marl, Minden-Lübbecke, Münster und Pulheim. Ob weitere Redaktionen der ehemaligen Bürgerfunkgruppen noch ins Konzept einbezogen werden ist bisher nicht bekannt.

Schließlich ist der Lernsender auch Plattform für Beiträge, die im Rahmen der professionellen Fernsehausbildung an Hochschulen und in Betrieben entstehen. Diese Einrichtungen sind eingeladen, ihre Produktionen im "TV-Lernsender .NRW" zu veröffentlichen und vor einem landesweiten Publikum zu testen. In allen drei Zuliefergruppen ist das Lernen und Ausprobieren vor einem landesweiten Publikum in NRW Bestandteil des Konzepts.Zu empfangen ist der Ausbildungs- und Erprobungskanal über das digitale Kabelnetz von Unity Media auf Kanal 137.

Kritik: Bürgerfunkgruppen als reine Informationsbeschaffer

Im Vorfeld des neuen Bürgerfunks in NRW regte sich auch Kritik. So wurde festgestellt dass Bürgergruppen, die bisher ihre eigenen Berichte senden konnten, dann maximal noch als Informationszulieferer fungieren könnten. Das sei aber war nie deren Absicht gewesen. Durch den Wegfall der Sockelfinanzierung des LfM mussten Ende des letzten Jahres etliche OK-Redaktionen schließen. Ob das angepeilte Drei-Säulen-Modell für die Zulieferung am Ende nicht den Bürger unter ferner liefen einstuft wird abzuwarten sein.

Photowettbewerb 2009: GewaltPrävention für Kinder und Jugendliche

Es ist kein einfaches Thema, dass die agi ArbeitsGruppe International zusammen mit dem Verein Glückliche Familie e.V zum Thema eines internationalen Photowettbewerbs ausgewählt haben. Doch das Thema GewaltPrävention soll das Bewusstsein gegen praktizierte und konsumierte Gewaltformen schärfen.

Digitale Fotografie, Handy-Fotografie, Video-Kurzfilm, Handy-Kurzfilm - jeweils 1,5 Minuten Länge - das sind die Ausdrucksmittel mit denen die Künstler sich am Wettbewerb beteiligen können. Bewertet werden die Arbeiten von einer international besetzten Jury. Zu der zählen unter anderem Prof. Claudio Hils, Fachhochschule Vorarlberg, Austria - Hans-Eberhard Hess, Chefredakteur Photo International, München sowie Prof. Gabriele Rothemann, Universität für angewandte Kunst, Wien. Einsendeschluss ist der 20.09. - man sollte sich also schon etwas beeilen...

2. Webmontag Ruhrgebiet: Vortrag über das CMS Webedition

Ruhrdigital setzt die Veröffentlichung der Videomitschnitte vom 2. Webmontag NRW fort. Heute: der Vortrag über das CMS Webedition:

Offen für Mischformen: Die Duisburger Filmtage

Dokumentarfilme bringen uns die Welt näher. Und wenn sie gut sind uns auch zum Nachdenken. Dass sich Duisburg in diesem Jahr wieder als Heimat für diesen im Fernsehen und Kino eher vernachlässigten Bildkunstform versteht sollte keinen verwundern. Schließlich finden die Duisburger Filmwochen schon zum 33. Mal statt.

Die Filmwoche spürt dokumentarische Trends auf und bringt sie auf die Leinwand.
Sie ist ein Trockendock der theoretischen und ästhetischen Bestandsaufnahme des Genres und seiner Weiterentwicklung. Eine ganze Woche lang wird man in Duisburg vom 02. bis 08.11. Beiträge zum Motto "Erkenne die Lage" erleben dürfen. Dabei öffnet sich das Festival bewußt auch Formen, die den Dokumentarfilm streifen oder eher im Randbereich zu finden sind.

Dabei ist noch Zeit für Filmemacher, die in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz leben und die zudem zum Festival in Duisburg anwesend sein müssen ihre Dokumentarfilme anzumelden. Die Filme sollten mindestens 60 Minuten (35 mm und 16 mm) bzw. 45 Minuten (Video und Super 8) lang sein. Ausnahmen sind bei Fernsehproduktionen und Hochschulfilmen möglich. Einsendschluss ist der 25. August.

Wer nicht nach Duisburg fahren kann, der ist bei 3sat bestens aufgehoben. Hier werden im November aktuelle Filme des Wettbewerbs und Preisträgerfilme des vergangenen Jahres gezeigt, darunter auch ZDF/3sat-Produktionen.