Projekte aus dem Pott für Kultur-und Trendmarken-Award 2009 nominiert

Aus 85 eingereichten Projekten wurden für den Kulturmarken-Award 2009 15 Bewerber nominiert. In den Kategorien "Trendmarke", "Kulturmarke" und "Kulturmanager des Jahres" gibt es je 5 Nominierungen. Und in jeder Kategorie ist das Ruhrgebiet mit mehr oder weniger digitalen Projekten vertreten. Bei dem Wettbewerb werden die erfolgreichsten Marketingstrategien von Kulturprojekten und die engagiertesten Kulturvermittler ausgezeichnet.

Für die "Trendmarke des Jahres" wurden aus dem Ruhrgebiet die gerade erst vergangene stARTconference und der Platz des europäischen Versprechens nominiert. In der Kategorie "Kulturmarke des Jahres" kann das Ruhrgebiet sogar mit ganzen drei Nominierungen aufwarten. Die RuhrTriennale, die in Essen ansässige Red Dot GmbH (Herausgeber des Red Dot Designawards) und die in Bochum ansässige Stiftung Jedem Kind ein Instrument. Unter den Kulturmanagern wurde der Duisburger Kulturdezernent Karl Janssen.

Der Preis wird bereits zum 3. mal im deutschsprachigen Raum vergeben. Die feierliche Preisübergabe findet am 29. Oktober in Berlin statt. Dann werden wir wissen wie viele dieser Preise ins Ruhrgebiet kommen. Wir drücken jedenfalls die Daumen. Vielleicht findet ja die nächste Preisverleihung im Jahr 2010 auch hier im Ruhrgebiet statt.

stART09: Fazit 2.Tag

Frühes Aufstehen am 2. Tag der stART09 hat sich gelohnt. Gerd Leonhard referierte über Kultur 2.0 – Die Zukunft der Kulturwirtschaft in einer vernetzten Welt. „Es geht nicht um Industrie, sondern um die Künstler und Kreativen.“ Seine Zukunftsvision: ein neuer Gesellschafts-Vertrag im digitalen Bereich. „Share“ ist dabei das Zauberwort: „Das Schiff der Kotrolle ist am sinken.“ Für den Musikbereich lautet Leonhards Idee: Eine neue Lizenz für Musik aus dem Netz schaffen. Die Folien zum Vortrag gibt’s hier

Sabria David spannte in ihrem Vortrag „Rotkäppchen 2.0- Medienwandel und schriftliche Mündlichkeit“ den Bogen von den Märchen zu Open Source Software und Wikipedia. Volksmärchen waren das Ergebnis mündlicher Überlieferungstradition. Der Inhalt blieben im Kern weitestgehend derselbe. Durch die erzählende Weitergabe von Generation zu Generation kamen aber verschiedene Aspekte hinzu oder fielen weg. Durch die Verschriftlichung wurden Märchen schließlich dokumentiert, gefiltert und kanonisiert. Sabria Davids These: „Das Internet ist ein Schriftmedium,das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniert!“

Björn Eichstädt, Nadia Zaboura: Aufmerksamkeit 2.0 – Multimedialität, Personality Branding und die Kraft der Empathie. Der Vortrag orientierte sich daran wie effektive Aufmerksamkeitstrategien im Kulturbetrieb gefunden werden können. Ein ewige währendes Beispiel zur Unterscheidung der verschiedenen Strategien im Kampf der Kulturen: E-Kultur und U-Kultur. Während sich die "ernsthafte" Kultur von der Unterhaltungskultur durch ihre Kommerzialisierung unterschieden will, bleibt am Ende trotzdem der Auftrag: Es muss Geld für Kunst generiert werden.

Viele Vorträge gaben Anregungen und Tipps wie man Social Media und Social Networks am effektivsten einsetzen kann. Was man unbedingt vermeiden sollte, brachte Kerstin Hoffmann bei der Abschluss-Diskussion auf den Punkt: „Unwissen, Gier und Eitelkeiten!“ Wir freuen uns schon auf die stART10!

stART09: Fazit 1. Tag

Tag 1 der stART.09 war mit einer Vielzahl von Inhalten gefüllt. Schon der Einstiegsvortrag bot den Besuchern echten Mehrwert: nützliche Informationen gepaart mit verdichteten Fakten. Auch die weiteren Vorträge hielten, soweit die Redaktion es mitbekommen hat, dieses implizite Versprechen.

Dr. Gregor Hopf, Professor für Medienmanagement an der Hamburg School of Business Administration hielt die Einführung unter dem Titel "Die zerstörerische Kraft des Internets" und brachte eine Menge Fakten zur Entwicklung von Internet, Musikindustrie und allgemeinen Informationsindustrie in den letzten Jahren. Er beleuchtete intensiv eine ganze Reihe von relevanten Fakten rund um Social Media sowie zu Verwertungs- und Gebührensystemen. Zentrale und wichtige Kernthese: Das Internet verändert die Aufstellung der Industrie fundamental!
Die Folien zur Präsentation finden sich bereits im Web.

“Der Künstler kreiert Chaos, der Designer räumt auf!“ Sicherlich einer der prägnantesten Sätze von Prof. Dr. Christof Breidenich. Sein Beitrag „Kommunikationsdesign für alle!“ veranschaulichte, was es heutzutage bedeutet im Internet zu publizieren, besonders für Kulturschaffende. Wie bei jedem Medium gilt es, sich über einige grundlegende Dinge bewusst zu werden. Stichwort: Aufmerksamkeitsökonomie. Es wird der Inhalt fixiert, der auch wirklich wahrgenommen soll. „Wir sehen oft Dinge, die gar nicht da sind!“

Theaterblogs.de ist ein Beispiel, wie es funktionieren kann. Eine Multiuser-Blogplattform für Theaterschaffende. „Es ist wichtig im Internet, eine monothematische Nischen zu finden.“, so das Fazit von Sören Fenner und Renate Panke. Für die angemeldeten Blogger kann die Plattform eine Option bieten, sich mit anderen Theaterschaffenden zu vernetzten und darüber auch an Engagements zu kommen. Der User findet dort die unterschiedlichsten Blogformen: es gibt Erzählblogs, Kunstblogs, Diskussions- und Aktionsblogs.

Bühnen-Halle ist ein noch junges Web 2.0- Projekt. Frank Tentler und Isa Karin Edelhoff gaben einen Einblick, aus welcher Situation heraus diese Idee entstand. Die Motivation neue Wege bei der PR-Arbeit zu gehen ergab sich, da die fünf Theater in Halle zu einer GmbH zusammengefasst wurden. Seit 10. August dieses Jahres gibt es nun die neue Website der Bühnen-Halle, die versucht auch digital die fünf Spielstätten unter ein Dach zu bekommen.

Dies waren nur einige der Highlights am 1. Tag der stART.09. Zum Ende des Abends gab es noch eine Live-Performance von ZEE - Zaboura Eichstädt Experience, die eine Mischung von akustischer und digitaler Musik mit Gitarren und iPhones vorführten. Einen Eindruck zur Performance und ein Video findet sich auch bei DerWesten.

stART09: Helfer und Zuschauer gesucht

Alle die kein Ticket für die stART09 besitzen, können dennoch auf zweierlei Arten dabei sein.

Für die Veranstaltung, am 24. und 25. September, werden noch helfende Hände gesucht. Wie bei jeder Konferenz fallen eine Menge organisatorische Aufgaben an, wie z.B. Anmeldung, Registrierung, Ticketabgabe, Aufsicht oder Betreuung des Infostands. Alle Helfer können so direkt vor Ort dabei sein, wenn Medienschaffende aus allen Bereichen und Experten aus dem Web 2.0 zusammentreffen. Alle die sich dazu berufen fühlen melden sich bitte hier!

Interessierte bekommen zudem die Möglichkeit via stART.tv Vorträge, Reden und Diskussionen mitzuverfolgen. Eigens dazu wurde bei make.TV. ein eigener Live-Channel eingerichtet. Wenn schon eine Konferenz über Web 2.0, dann auch richtig!

Girl Geek Dinner im Ruhrgebiet

Girl Geek DinnerAuch Frauen arbeiten im Netz und natürlich mit dem Computer. Beim Girl Geek Dinner treffen sich genau diese Frauen ganz informell zum Essen, Netzwerken und Erfahrungsaustausch. Der Clou ist, dass Männer zwar teilnehmen können, aber nur unter dem Vorbehalt, dass diese von einem weiblichen Teilnehmer mitgebracht werden. Am 23.09. findet dann auch das erste im Ruhrgebiet statt.

Das Girl Geek Dinner ist also vornehmlich ein informelles Treffen von IT-Girls, Bloggerinnen und allen anderen weiblichen Teilen der sonst männlich dominierten Technik und Webwelt. Durch den Faktor das Männer nur mitgebracht werden können, ergibt sich automatisch eine Mindestquote von 50%. Also bleibt der weibliche Teil der Technikwelt nicht zwangsweise unter sich.

Das Konzept der Veranstaltung kommt wie so häufig aus den USA und fand in Deutschland bisher vor allem in Berlin, Hamburg, Stuttgart und München. In der Regel im Rahmen entsprechender Events. Nun findet am 23.09. das erste GGD im Ruhrgebiet statt. Im Rahmen der Konferenz stART.09 (Mehr dazu bei RuhrDigital) lädt Nicole Simon dazu in Duisburg ein.